Digitale Transformation

Der Konsument bleibt König

Von Jens Bartels · 2018

Eine Frau fotografiert mit ihrem Smartphone den Barcode auf einem Glas Oliven ab. Die digitale Transformation hat viele Gesichter
Konsumenten wollen über alle Kanäle hinweg einkaufen.

Immer mehr Verbraucher nutzen Smartphone und Tablet zum Einkauf neuer Produkte. Auf diese Entwicklung reagieren die etablierten Unternehmen der Branche viel zu langsam. Erfolgreich ist, wer die traditionellen Stärken des stationären Handels mit den Vorteilen der fortschreitenden Digitalisierung verbindet.

Kostenlose Lieferungen bis an die Haustür, Öffnungszeiten rund um die Uhr und eine riesige Produktauswahl: Die Digitalisierung hat das Einkaufsverhalten vieler Konsumenten stark verändert. Dieser Wandel zeigt sich deutlich, wenn man die Wachstumsraten des Online-Handels mit denen des stationären Handels vergleicht. Hier hat seit Jahren die digitale Shoppingwelt die Nase vorn. Ein großer Treiber für die Beliebtheit des Online-Handels ist die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphone oder Tablet. Eine Vielzahl von Unternehmen aus der Branche reagiert laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom allerdings nur sehr zaghaft auf den digitalen Wandel. So sehen sich 77 Prozent der über mehr als 500 befragten online und stationär tätigen Einzel- und Großhändler als Nachzügler in Sachen Digitalisierung. Jeder dritte stationäre Händler hat immer noch keine eigene Homepage.

Den Kunden in den Mittelpunkt stellen

„Viele Händler sehen den Online-Shop nicht als Chance für eine Erweiterung des Portfolios, etwa da sie Produkte dann nicht mehr alle einzeln im Ladengeschäft vorhalten müssen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Und ein viel zu großer Anteil hat die Online-Welt noch überhaupt nicht für sich entdeckt.“ Wer heute aber nicht digital handelt, verpasst nach Überzeugung des Experten schnell den Anschluss. Der gute Name und eine lange Tradition reichen oft nicht mehr für ein erfolgreiches Geschäftsmodell aus. 

Viele Händler haben die Online-Welt noch überhaupt nicht für sich entdeckt.

Das heißt aber nicht, dass Konsumenten nur noch online bestellen wollen. Grundsätzlich gilt: Konsumenten haben eine sehr genaue Erwartungshaltung. Sie wünschen sich ein attraktives Produktsortiment und eine individuelle Ansprache, aber auch moderne und reibungslos funktionierende Technologien und Dienstleistungen. Der Einkauf geht im Idealfall bequem und gerne auch vernetzt über die Bühne.

Offline und online verbinden

Auf diese veränderten Kundenerwartungen sollten sich Unternehmen aus der Branche einstellen. Ziel muss es sein, durch eine intelligente Verbindung von digitalen und stationären Angeboten innovative Handelskonzepte zu entwickeln und damit vom Getriebenen zum Gestalter des digitalen Wandels zu werden. Dies beinhaltet unter anderem die Entwicklung neuer Geschäftsformate, die individuellen Service und ein inspirierendes Einkaufserlebnis bieten. Händler dürfen nach Überzeugung von Fachleuten dabei nicht den Einsatz von innovativen digitalen Technologien vernachlässigen. Erfolg verspricht ein breites Angebot an kanalübergreifenden Einkaufserlebnissen. In diesem Zusammenhang ein kurzer Blick in den Supermarkt: Hier könnten in Zukunft beispielsweise selbstfahrende Einkaufswagen dank einer digital erstellten Einkaufsliste direkt die ausgesuchten Artikel ansteuern und zugleich die kürzeste Route durch den Markt wählen. Ein anderes großes Thema sind Empfehlungs- und Filtersysteme am Verkaufsregal. Die Idee dahinter ist, dass Kunden direkt am Regal Hinweise auf Produkte erhalten, die für sie relevant sind.

Wussten Sie schon, dass …

eine PwC-Befragung unter 100 deutschen Händlern und Konsumgüterherstellern analysiert hat, welche Wege die Unternehmen hierzulande beschreiten, um sich fit für die digitale Zukunft zu machen? Jedes fünfte Unternehmen hat keine Digitalisierungs-Strategie. Circa 45 Prozent setzen vor allem auf den Aufbau eines eigenen digitalen Geschäftsbereichs und über 40 Prozent auf Kooperationsmodelle mit Partnern, um Zugang zu digitalen Technologien zu erhalten.

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