Lieferkettenmanagement

Systematische Kettenreaktion

Von Paul Trebol · 2021

Das Lieferkettenmanagement beschreibt die Überwachung aller Materialien, Informationen und Finanzen, die der Produktionsprozess, vom Lieferanten über den Hersteller bis zum Händler und Konsumenten. Koordination und Integration der einzelnen Arbeitsschritte innerhalb und zwischen Unternehmen wird zentral zusammengeführt in einem IT-gesteuerten Prozess.

Manager bedient ein Tablet in einem Lager
Globale Netzwerke steuern die Supply Chains im Sekundentakt. Foto: iStock / ipopba

Unter Supply Chain Management wird der Aufbau und die Verwaltung integrierter Logistikketten (Material- und Informationsflüsse) über den gesamten Wertschöpfungsprozess verstanden. Die einzelnen Schritte reichen von der Rohstoffgewinnung über die Veredelungsstufen bis hin zum Endverbraucher. Im Unterschied zur Logistik beinhaltet Supply Chain Management neben den physischen Aktivitäten auch die begleitenden Auftragsentwicklungsprozesse und Geldströme. 

Lieferkettenmanagement: Verbraucher fordern mehr Transparenz ein

Aktuell stehen der Handel und die Produktion im Fokus, weil im Rahmen der Globalisierung weltweite Lieferketten mit hunderten von Stationen für Verbraucher kaum noch Transparenz besteht, wo und wie Produkte gefertigt und gehandelt werden. Zunehmend geraten Konzerne in die Kritik, die in den Entwicklungsländern Menschenrechte verletzen. Supply Chain Management setzt die Integration der IT-Systeme zwischen den Partnern der Supply Chain voraus. Eine große Herausforderung ist dabei, die geeigneten Schnittstellen zu formatieren, um den Informationsaustausch zwischen den Stufen der Supply Chain nahtlos zu garantieren. Konzerne setzen dabei auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. So wird versucht, Nachhaltigkeitsrisiken nicht nur bei direkten Geschäftspartnern frühzeitig zu erkennen. Um auch in tieferen Stufen der Lieferkette Verstöße wie Korruption und Ausbeutung aufzuspüren, können lieferantenbezogene Nachrichten mit intelligenten Algorithmen aus öffentlich zugänglichen Medien herausgefiltert werden. KI kann so zu einem proaktiven Frühwarnsystem für Verstöße ausgebaut werden. 

Lieferkettengesetz vor der Umsetzung in die Praxis

Die Achtung der Menschenrechte entlang der Lieferkette wird mit sogenannten Lieferkettengesetz amtlich umgesetzt. Das Kabinett hat bereits einen Entwurf in der Schublade, über dessen Details noch debattiert wird. Das Paragraphenwerk soll 2023 in Kraft treten. Mit dem Gesetz sollen gleichzeitig auch Wettbewerbsnachteile für Unternehmen abgebaut, die schon heute freiwillig in ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement investieren. Der Umweltschutz ist im Entwurf des Gesetzes explizit erfasst, soweit Umweltrisiken zu Menschenrechtsverletzungen führen können. Zudem werden umweltrelevante Pflichten etabliert, die sich aus zwei internationalen Abkommen zum Schutz vor den Gesundheits- und Umweltgefahren durch Quecksilber und langlebige organische Schadstoffe ergeben.

Big Data und Supply Chain

Lieferketten produzieren innerhalb ihrer Prozesse Millionen von Daten, die ständig miteinander vernetzt sind. Diese Datenmengen fördern digitale Geschäftsmodelle wie Distributed-Ledger-Technologie. Hier existieren viele verteilte Kassenbücher im Gegensatz zu einer zentralen Buchführung. Im Netz Beteiligte können so jede Transaktion sofort einsehen.

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